🚀 Das fliegende Oster-Chaos: Karlo Käfers Raketen-Eier 🥚
Ein lauter Knall reißt Ben die Fledermaus aus der Ruhe. Karlo Käfer hat die „Eier-Wurf-Maschine 1.0“ erfunden, um Hoppel beim Osterfest zu helfen. Doch statt sanfter Verstecke schießt die Maschine die Eier wie Raketen in den Himmel. Jetzt muss Ben beweisen, wie mutig er wirklich ist. Eine rasante Rettungsaktion im Mondschein beginnt.
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4/4/20265 min read


Poff. Dann ein kurzes Zisch und ein Geräusch, das klang wie eine sehr alte, sehr heisere Hupe. Ich zuckte so heftig zusammen, dass ich beinahe den Halt an der Baumrinde verloren hätte.
Normalerweise schlafe ich um diese Zeit noch ein bisschen in unserer gemütlichen Familienhöhle, aber dieses seltsame Geräusch war einfach zu laut, um es zu ignorieren. Ich rieb mir die Augen, wackelte mit meinen großen Ohren und spähte durch das dichte Blattwerk.
Unten auf der großen Lichtung sah ich ein Licht flackern. Es war kein gewöhnliches Licht. Es war ein nervöses, kleines Licht, das immer wieder hin und her hüpfte. Ich machte mich bereit, breitete meine Flügel aus und segelte lautlos nach unten. Der kühle Nachtwind strich über mein Fell. Das tat gut.
Als ich näher kam, erkannte ich Karlo Käfer. Er stand auf einem alten, bemoosten Baumstumpf und hielt eine winzige Laterne in der Hand. Seine Brille war ihm mal wieder bis zur Nasenspitze gerutscht. Neben ihm saß Hoppel, der Hase. Er sah gar nicht gut aus. Seine langen Ohren hingen schlaff zu Boden und seine rote Luftballonschnur war ganz zerknittert.
„Es geht einfach nicht, Karlo“, jammert Hoppel und wischte sich mit der Pfote über die Nase. „Ich habe noch hunderte Eier in meinem Bau. Wenn ich die alle zu Fuß verstecke, ist die Sonne schon dreimal aufgegangen, bevor ich fertig bin. Ostern fällt dieses Jahr einfach aus.“
Karlo rückte seine Brille zurecht und klopfte auf ein seltsames Ding, das vor ihm stand. Es sah aus wie eine Mischung aus einem Katapult, einer alten Küchenrührmaschine und einem sehr großen Schöpflöffel. Überall waren Gummibänder gespannt und kleine Rädchen drehten sich mühsam im Kreis.
„Unsinn, mein lieber Langohr“, sagte Karlo optimistisch. „Darf ich vorstellen: Die Eier-Wurf-Maschine 1.0. Ich habe sie extra für diesen Notfall gebaut. Wir füllen die Eier hier in den Trichter aus Weidenzweigen, stellen die Weite ein und – schwupps – erledigt die Technik das Verstecken für uns. Effizienz ist das Zauberwort.“
Ich landete leise neben den beiden. „Hallo ihr zwei. Braucht ihr Hilfe?“
Hoppel sah mich mit großen Augen an. „Oh, Ben. Schön, dass du da bist. Karlo will mir helfen, aber ich weiß nicht recht.“
Karlo war schon dabei, die ersten Eier in die Maschine zu legen. Es waren wunderschöne Eier. Manche leuchteten rot wie Kirschen, andere blau wie der Sommerhimmel. „Pass auf, Ben“, rief Karlo. „Ich ziehe jetzt an diesem Hebel hier. Er ist für die sanfte Landung im weichen Moos zuständig.“
Karlo zog. Aber der Hebel machte nicht Klick. Er machte Knacks.
Plötzlich fing die ganze Maschine an zu beben. Ein tiefes Grollen kam aus dem Bauch der Holzkonstruktion. Die Gummibänder spannten sich so fest, dass sie fast pfiffen. „Oh oh“, murmelte Karlo und trat einen Schritt zurück. „Das war vielleicht doch der Hebel für den Langstrecken-Flug.“
Wusch.
Das erste Ei schoss aus der Maschine. Es flog nicht sanft ins Moos. Es raste wie eine kleine, bunte Rakete steil nach oben in den Nachthimmel. Und dann kam das nächste. Plopp. Zisch. Wusch. Die Maschine hatte sich in eine richtige Eier-Kanone verwandelt. Die Eier zischten über die Baumkronen hinweg, direkt in Richtung des großen Teichs am anderen Ende des Parks.
„Nein“, schrie Hoppel und hielt sich die Pfoten vor die Augen. „Meine schönen Eier. Sie werden im Wasser landen oder am harten Boden zerschellen.“
Ich starrte den fliegenden Punkten hinterher. Mein Herz fing an zu rasen. Ich dachte an die vielen Kinder, die sich morgen früh auf die Suche machen würden. Wenn die Eier alle kaputt gingen, wäre das furchtbar. Aber sie flogen so schnell und es war so dunkel da oben.
„Ben.“
Eine ruhige Stimme ließ mich aufhorchen. Luna, der Nachtfalter, schwebte plötzlich neben mir. Ihre Flügel glänzten im Mondlicht in den schönsten Pastellfarben. Sie wirkte wie immer ganz gelassen. „Hör nicht auf deine Angst, Ben. Hör auf dein Echo. Du bist der einzige hier, der schnell genug ist. Du bist ein Meisterflieger, auch wenn du es manchmal noch nicht glaubst.“
Sie breitete ihre leuchtenden Flügel weiter aus. „Ich fliege über dich und leuchte dir den Weg. Ich zeige dir, wo die Eier fliegen. Aber fangen musst du sie selbst.“
Ich atmete tief durch. Ich hatte weiche Knie, aber ich wusste, dass ich es versuchen musste. „Ohne dich schaffe ich das nicht“, flüsterte ich zu Luna – und meinte damit auch dich, der du diese Geschichte gerade liest. Kannst du mir helfen, mutig zu sein?
Ich stieß mich ab. Mit kräftigen Flügelschlägen schoss ich nach oben. Luna war direkt über mir. Ihr Licht war wie ein kleiner Scheinwerfer im Dunkeln.
„Da vorne, ein rotes“, rief Luna.
Ich sah das Ei. Es trudelte gefährlich in der Luft und raste auf die spitzen Zweige der alten Buche zu. Ich legte meine Flügel eng an den Körper und ging in den Sturzflug über. Ich war so schnell, dass mir die Augen tränten. Pling. Mein Echo sagte mir genau, wo der Zweig war. Im letzten Moment klappte ich die Flügel auf, bremste ab und schnappte mir das Ei mit meinen Füßen.
„Hab es“, rief ich, auch wenn mich unten niemand hören konnte.
Aber es gab keine Pause. Zwei weitere Eier – ein gelbes und ein blaues – flogen direkt auf den Teich zu. Wenn sie dort einschlugen, würden sie Hugos Schlaf stören und für immer versinken. Ich drehte eine scharfe Kurve. Mein linkes Ohr, an dem das kleine Stück fehlt, vibrierte im Wind. Ich spürte das Wasser schon unter mir. Es roch nach Algen und feuchter Erde.
Patsch. Hugo der Frosch tauchte gerade auf, um nach einer Mücke zu schnappen. Er sah das gelbe Ei direkt auf sich zukommen und riss den Mund weit auf. Im letzten Augenblick schoss ich dazwischen, griff das Ei und fing das blaue gleich mit der anderen Pfote auf. Ich war so knapp über dem Wasser, dass meine Bauchhaare nass wurden.
„He, Ben. Pass auf, wo du hinfliegst“, quakte Hugo beleidigt.
„Keine Zeit, Hugo. Oster-Rettung“, rief ich zurück und stieg wieder nach oben.
Luna leuchtete jetzt ganz hell. Ein einzelnes, silbernes Ei flog besonders hoch. Es war das Ei, das Hoppel für das schwerste Versteck reserviert hatte. Es glitzerte wunderschön im Mondschein. Aber es verlor an Höhe. Es fiel genau in Richtung des harten Steinwegs.
Ich gab alles. Meine Flügel brannten ein bisschen vor Anstrengung, aber ich dachte an Hoppels traurige Ohren. Ich machte mich ganz lang, streckte die Krallen aus und... erwischt. Ich spürte die glatte Schale des Eis unter meinen Pfoten. Ganz vorsichtig segelte ich zurück zur Lichtung.
Karlo und Hoppel warteten schon ungeduldig. Karlo hatte die Maschine inzwischen mit einem großen Ast blockiert, damit sie nicht mehr schießen konnte. Er sah ein bisschen verlegen aus und putzte seine Brille mit einem Stück Moos.
Ich landete sanft und legte die geretteten Eier ins weiche Gras. Hoppel kam angerannt und drückte mich so fest, dass mir fast die Luft wegblieb. „Ben, du bist unglaublich. Du bist geflogen wie ein kleiner Blitz.“
„Es war Luna“, sagte ich bescheiden und schaute zu meiner Freundin hoch, die sich auf einem Blatt niedergelassen hatte. „Und Karlo hat uns... nun ja... ein bisschen Schwung gegeben.“
Karlo nickte eifrig. „Genau. Ein Testlauf. Die Eier-Wurf-Maschine 2.0 wird definitiv weniger Raketen-Antrieb haben. Ich glaube, ich muss die Gummibänder gegen Spinnenseide tauschen.“
Wir lachten alle zusammen. Sogar Papa Viktor war inzwischen aus der Höhle gekommen. Er hatte alles beobachtet. Er sagte nicht viel, aber er legte mir kurz seinen großen Flügel auf den Kopf. Das bedeutete mehr als tausend Worte. Er war stolz auf mich.
Wir halfen Hoppel den Rest der Nacht beim Verstecken. Ganz ohne Maschine, dafür mit viel Teamwork. Pips die Maus zeigte uns die besten Ritzen im Boden, Bill der Biber baute kleine Verstecke aus Stöcken und ich flog die Eier dorthin, wo kein Hase hinkommt.
Als der Morgen graute und die ersten Sonnenstrahlen den Park in goldenes Licht tauchten, war jedes Ei an seinem Platz. Ich war müde, aber sehr glücklich.
Hast du auch schon mal etwas gerettet, das fast schiefgegangen wäre? Was ist dein Lieblingsei beim Suchen?
Ich wünsche dir ein wunderschönes Osterfest. Ich werde jetzt eine Runde schlafen und von Karlo Käfers nächsten Erfindungen träumen.
Dein Ben.
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