🌕🦇 Der lederne Beutel und der freudige Fund 🎒🌌
Ein kleiner lederner Beutel, verloren auf den Straßen von Schnabelstadt, ruft Ben die Fledermaus und seine Freunde auf den Plan. Gemeinsam machen sie sich auf die abenteuerliche Suche nach dem rechtmäßigen Besitzer. Begleitet sie durch die nächtlichen Gassen, wo jedes Namensschild eine neue Spur sein könnte!
wowbook
7/11/20264 min read


Hallo, ihr lieben Nachtabenteurer!
Ich bin’s, euer Ben. Ich fliege gerade über Schnabelstadt.
Der Mond scheint hell auf die kleinen Häuser. Sein Licht glitzert auf dem Kopfsteinpflaster. In den Fenstern brennen nur noch wenige Lichter. Die meisten Menschen schlafen schon.
Neben mir flattert Luna durch die Nacht. Ihre weichen Flügel schimmern silbern im Mondlicht.
Plötzlich hören wir von unten eine helle Stimme.
«Ben! Luna! Kommt schnell!»
Es ist Pips. Die kleine Maus steht mitten auf dem Kopfsteinpflaster und winkt aufgeregt mit ihren Pfoten.
Luna und ich fliegen zu ihr hinunter.
«Was hast du gefunden?», frage ich.
Pips zeigt auf einen kleinen Beutel. Er ist aus braunem Leder und sieht schon etwas alt aus. Trotzdem ist er sauber und gut gepflegt.
Ich hebe ihn vorsichtig auf.
Auf der Vorderseite stehen zwei kleine Buchstaben.
M und J.
«Vielleicht gehören die Buchstaben zum Namen der Person, die den Beutel verloren hat», sagt Luna.
Pips nickt.
«Dann müssen wir jemanden finden, dessen Name mit M und J beginnt.»
Ich halte den Beutel fest.
«Wir bringen ihn zurück.»
Gemeinsam machen wir uns auf den Weg.
Pips läuft über das Kopfsteinpflaster. Luna und ich flattern langsam über ihr. Die Nacht ist still und friedlich. Nur unsere leisen Schritte und Flügelschläge sind zu hören.
Zuerst kommen wir an der Bäckerei vorbei.
Aus einem geöffneten Fenster duftet es nach frischem Brot. Im Inneren steht der Bäcker an einem grossen Tisch und formt kleine Brötchen für den nächsten Morgen.
Wir verstecken uns hinter einem Blumenkübel und warten, bis er uns den Rücken zudreht.
Neben der Tür hängt ein Schild.
Luna liest den Namen leise vor.
«Bäckerei Max Berger.»
Pips schaut auf den Beutel.
«Max beginnt mit M. Aber der zweite Name beginnt mit B und nicht mit J.»
Also schleichen wir weiter, ohne dass der Bäcker uns bemerkt.
Auf dem Marktplatz steht der grosse Brunnen. Das Wasser plätschert leise. Eine Laterne wirft warmes Licht auf den Platz.
An den Häusern hängen kleine Namensschilder.
Pips läuft von Tür zu Tür. Dabei bleibt sie immer dicht an den Hauswänden, damit niemand sie sieht.
«Mara König», liest Luna.
Ich schaue auf den Beutel.
«Das passt nicht.»
Am nächsten Haus steht:
«Johann Meier.»
Pips überlegt kurz.
«Da sind zwar ein J und ein M. Aber sie stehen in der falschen Reihenfolge.»
Also suchen wir weiter.
Bei einem kleinen blauen Haus entdecken wir ein Schild:
«Milo Jäger.»
«M und J», flüstert Pips.
Wir verstecken uns hinter einer Bank und schauen zum Haus.
Im oberen Fenster brennt noch Licht. Ein älterer Mann steht vor einem Spiegel und setzt sich eine lange Schlafmütze auf.
Auf einem Stuhl neben ihm liegt ein schwarzer Beutel mit einem langen Riemen.
«Der braune Beutel gehört ihm bestimmt nicht», sage ich.
Luna nickt.
Leise ziehen wir weiter.
Die nächste Gasse ist schmal und ruhig. Über den Türen wachsen Rosen und Efeu. Manche Fenster sind dunkel. Hinter anderen brennt noch ein kleines Licht.
Wir lesen ein Schild nach dem anderen.
«Mia Keller.»
«Josef Martin.»
«Marla Huber.»
Doch keiner der Namen passt.
Pips wird langsam müde. Ihre kleinen Schritte werden immer kürzer.
«Wir finden die Besitzerin bestimmt», sagt Luna sanft.
Pips richtet sich wieder auf.
«Dann suche ich weiter.»
Plötzlich öffnet sich eine Haustür.
Wir erschrecken und verstecken uns schnell hinter einer grossen Giesskanne.
Eine Frau tritt hinaus und schüttelt einen kleinen Teppich aus. Dann schaut sie die Gasse hinauf und hinunter.
Zum Glück entdeckt sie uns nicht.
Als sie wieder im Haus verschwunden ist, huschen wir weiter.
Wir kommen an einer kleinen Brücke vorbei. Unter uns fliesst ein schmaler Bach. Das Wasser glänzt im Mondlicht.
Dann führt der Weg an hohen Bäumen entlang. Die Blätter rauschen leise im Wind.
Am Rand des Parks stehen mehrere kleine Häuser.
Wir lesen wieder die Namensschilder.
«Familie Keller.»
«Herr Baumann.»
«Frau Sommer.»
Dann bleibt Pips plötzlich stehen.
«Hier», flüstert sie.
An einer grünen Haustür hängt ein kleines Schild.
Marie Jost
«M und J», sagt Luna.
Ich schaue auf den Beutel.
«Das könnte passen.»
Im Haus brennt noch Licht.
Wir verstecken uns hinter einem Rosenbusch und schauen durch das Fenster.
Dort sitzt eine Frau auf einem gemütlichen Sessel. Neben ihr liegen mehrere Kissen und eine weiche Decke.
Doch sie liest nicht.
Sie schaut unter den Tisch. Dann hebt sie ein Kissen hoch. Danach sucht sie in einer Schublade.
Immer wieder schüttelt sie traurig den Kopf.
«Sie sucht etwas», sagt Pips.
Die Frau geht zur Garderobe und sieht in den Taschen ihres Mantels nach. Dann setzt sie sich wieder in den Sessel.
Sie wirkt müde und traurig.
«Der Beutel gehört bestimmt ihr», flüstert Luna.
Nun müssen wir nur noch einen Weg finden, ihn zurückzugeben, ohne entdeckt zu werden.
Zum Glück steht das Fenster einen kleinen Spalt offen.
Luna fliegt zuerst hinein. Ich folge ihr mit dem Beutel. Pips klettert leise an einem dicken Vorhang nach oben.
Die Frau steht noch einmal auf und geht in die Küche.
Das ist unsere Gelegenheit.
Ich lege den Beutel vorsichtig auf das Kissen ihres Sessels.
Dann fliegen Luna und ich schnell zurück zum Fenster. Pips rutscht am Vorhang hinunter und huscht ebenfalls nach draussen.
Wir verstecken uns wieder hinter dem Rosenbusch.
Kurz darauf kommt die Frau zurück.
Sie bleibt vor dem Sessel stehen.
Dann entdeckt sie den Beutel.
Ihre Augen werden ganz gross.
Sie nimmt ihn in beide Hände und drückt ihn an sich.
Danach öffnet sie ihn und holt ein kleines Foto heraus. Darauf sind viele lachende Menschen zu sehen.
Die Frau lächelt.
Ihr trauriges Gesicht ist plötzlich ganz hell und glücklich.
In meinem Bauch wird es warm.
Auch Luna lächelt, und Pips strahlt über das ganze Gesicht.
«Wir haben es geschafft», flüstert Pips.
«Und niemand hat uns gesehen», sage ich.
Luna schaut noch einmal zum Fenster.
«Manchmal kann etwas ganz Kleines jemanden sehr glücklich machen.»
Leise machen wir uns auf den Rückweg.
Pips läuft zufrieden neben uns her. Luna flattert ruhig durch die Nacht, und ich trage das warme Gefühl in mir, etwas Gutes getan zu haben.
Über Schnabelstadt funkeln die Sterne.
Die Bäckerei duftet noch immer nach frischem Brot. Der Brunnen plätschert leise. Hinter den Fenstern gehen nun auch die letzten Lichter aus.
Bald schläft die ganze Stadt.
Auch für uns wird es Zeit, nach Hause zu fliegen.
Schlaft gut und träumt von kleinen Abenteuern, lieben Freunden und Dingen, die glücklich wieder nach Hause finden.
Dein Ben 🦇
© wowbook 2026. All rights reserved.
Impressum - Datenschutzerklärung
Folge Ben auf Pinterest
Folge Ben auf Facebook
