🐸 Hugo der Frosch und die magische Libelle am Teich ✨
Manchmal beginnt ein großes Abenteuer mit einem kleinen Platsch. In dieser Gute-Nacht-Geschichte aus dem Park trifft Ben, die kleine Fledermaus, seinen Freund Hugo am Teich. Hugo möchte unbedingt besser springen lernen – doch dann erscheint plötzlich Liora, eine magische Libelle, deren Flügel im Mondlicht funkeln. Als Karlo Käfer in Not gerät, muss Hugo zeigen, was wirklich in ihm steckt. Eine liebevolle Geschichte über Mut, Freundschaft und die Erkenntnis, dass man nicht perfekt sein muss, um ein Held zu sein.
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6/27/20264 min read


Hallo, ich bins wieder, euer Ben. Ich fliege gerade eine Schleife über den Teich. Das Wasser glitzert dunkelblau, und der Mond spiegelt sich darin wie eine runde, freundliche Käsekugel. Ich muss kichern, denn Fledermäuse essen natürlich keine Käsekugeln. Aber der Mond sieht wirklich so aus.
Am Ufer sitzt Hugo, der grüne Frosch. Nur seine großen Augen funkeln im Mondlicht.
„Guten Abend, Hugo!", ruf ich leise.
Hugo erschrickt so sehr, dass er mit einem lauten „Quaaak!" in die Luft hüpft und rückwärts in ein Büschel Schilf plumpst.
„Ben!", quakt er ärgerlich. „Du kannst doch nicht einfach lautlos angeschwebt kommen! Mein Herz ist fast bis zur Seerose gehüpft."
„Entschuldigung", sage ich. „Ich bin eine Fledermaus. Lautlos kommen ist irgendwie mein Ding."
Hugo rappelt sich auf. Auf seinem Kopf klebt ein kleines Schilfblatt wie ein grüner Hut. Ein „Hihi" flattert mir aus dem Mund.
„Ich übe heute gezieltes Springen", sagt er aufrecht.
„Aha. Und das Schilf war das Ziel?"
„Nicht ganz. Eigentlich wollte ich auf den flachen Stein dort springen."
„Du bist in die andere Richtung gesprungen", bemerke ich.
„Das war ein Umweg", sagt Hugo schnell. „Sehr fortgeschrittene Technik."
Ich nicke ernst, obwohl meine Flügel vor Lachen zittern.
Gerade will Hugo seinen nächsten Sprung versuchen, da huscht ein winziges Licht über den Teich. Es schimmert blau, grün und golden zugleich — als würde ein Stück Sternenhimmel tanzen.
Hugo hält den Atem an. Ich auch.
Dann niest Hugo.
„Hatschi-quak!"
Das Licht bleibt in der Luft stehen. Langsam kommt es näher. Es ist eine Libelle. Ihre Flügel funkeln wie Regentropfen im Mondschein, und um sie herum schweben kleine Lichtpunkte wie winzige Sterne. Überall, wo sie vorbeifliegt, hinterlässt sie einen zarten goldenen Schimmer auf dem Wasser — als würde die Nacht selbst leuchten.
„Guten Abend", sagt sie mit einer Stimme, die klingt wie Wind über Wasser. „Ich bin Liora."
Hugo macht große Augen. „Du leuchtest."
„Das passiert manchmal", sagt Liora freundlich.
„Ich leuchte nur, wenn ich in Matsch gefallen bin", murmelt Hugo. „Und dann meistens braun."
Liora lacht. Ihr Lachen klingt wie kleine Wellen am Ufer. Dann berührt sie ganz sanft die Wasseroberfläche mit einem Flügel. Sofort breitet sich ein silberner Kreis auf dem Teich aus, ruhig und leuchtend wie ein zweiter Mond.
„Ich habe eine besondere Gabe", sagt sie. „Ich kann Mut sichtbar machen. Möchtest du es sehen, Hugo?"
Hugo schaut zum Teich. Dann zu mir. Dann wieder zum Teich. „Was, wenn mein Mut ganz klein ist? So klein wie eine Mücke, die ihre Schuhe verloren hat?"
„Kleiner Mut ist trotzdem Mut", sage ich.
Hugo blinzelt. „Das ist eine sehr schöne Weisheit. Und jetzt habe ich Hunger."
Da raschelt es plötzlich am anderen Ufer. Ein leises Piepsen erklingt.
Karlo Käfer sitzt auf einem kleinen Blatt — und treibt langsam vom Ufer weg.
„Guten Abend!", winkt er mit seinen Fühlern. „Ich glaube, ich habe mich ein wenig verlaufen."
„Du bist auf einem Blatt im Teich!", ruft Hugo.
„Ja", sagt Karlo. „Das erklärt, warum der Boden so wackelt."
Hugo starrt auf das Wasser. Seine Beine zittern. „Ich kann das nicht. Was, wenn ich daneben springe? Was, wenn ich auf dem Kopf lande?"
„Dann bist du ein nasser Frosch auf dem Kopf", sage ich. „Aber du bist immer noch Hugo."
Liora fliegt neben ihn. Ihr Licht wird warm und ruhig, wie eine kleine Laterne in der Nacht. „Dein Mut muss nicht schön aussehen", sagt sie leise.
Hugo atmet tief ein. Der Schilfhut rutscht ihm über ein Auge. Er schiebt ihn nicht weg.
„Für Karlo", sagt er.
Dann springt er.
Es ist kein schöner Sprung. Es ist ein wildes, grünes, quakendes Durcheinander mit Beinen. Hugo landet im Wasser — mit einem riesigen „Platsch!" Ich bekomme einen Tropfen auf die Nase.
„Kalt!", quietsche ich.
„Alles unter Kontrolle!", ruft Hugo und paddelt. „Fortgeschrittene Wassertechnik!"
Er schwimmt zu Karlo und schiebt das Blatt vorsichtig mit der Nase ans Ufer. Karlo hält sich tapfer fest.
„Das ist eine sehr feuchte Reise", sagt Karlo. „Aber die Aussicht ist schön."
Am Ufer angekommen, krabbelt Karlo auf einen Stein. „Danke, Hugo. Du bist ein Held."
Hugo sitzt tropfnass im Schlamm. Ein Wassertropfen läuft ihm von der Nasenspitze. Der Schilfhut klebt an seinem Rücken.
„Ich?", fragt er.
Liora fliegt über den Teich. Und dann geschieht etwas Wunderbares. Das Wasser beginnt von innen heraus zu leuchten — ganz sanft, goldfarben und warm. Hugo spiegelt sich darin: nass, schlammig, mit einem schiefen Schilfhut und großen, staunenden Augen. Und um sein Spiegelbild herum glitzert ein goldener Kreis, der langsam größer wird, bis er den ganzen Teich umfasst.
„Das ist wahre Magie", sagt Liora. „Nicht alles perfekt machen. Sondern helfen, obwohl man Angst hat."
Hugo lächelt. „Ich sehe aus wie ein sehr mutiger Matschklumpen."
„Der mutigste Matschklumpen am ganzen Teich", bestätige ich.
Da müssen wir alle lachen. Sogar Karlo, obwohl er immer noch nicht weiß, wie er auf das Blatt gekommen war.
Liora verabschiedet sich mit einem sanften Flügelschlag. Bevor sie davonfliegt, lässt sie noch einmal einen Lichtpunkt auf dem Wasser zurück — klein und funkelnd, wie ein Stern, der sich einen Moment ausruht.
Dann ist sie weg.
Hugo schaut mich an. Sein Schilfhut klebt noch immer schief an seinem Rücken.
„Gute Nacht, Ben“, quakt er leise. „Danke, dass du bei mir warst.“
„Gute Nacht, Hugo“, sage ich. „Du warst heute richtig mutig.“
Hugo lächelt. „Auch mit Platsch?“
„Gerade mit Platsch.“
Dann hüpft er zufrieden zum Ufer zurück.
Der Teich glitzert still. Die Grillen singen ihr leises Schlaflied. Und irgendwo am Ufer übt Hugo vielleicht noch einen letzten Sprung.
Ich hoffe nur, er hat nicht wieder das Schilf getroffen.
Schlaft gut, ihr Lieben.
Euer Ben
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