🐭🎉 Pips' großer Besuch 🏡✹

Pips hat fĂŒr den Besuch ihres Bruders alles bis ins kleinste Detail geplant, ein gemĂŒtliches PlĂ€tzchen, ein kleines Fest, den perfekten ruhigen Abend. Doch als er vor der TĂŒr steht, ist er nicht allein gekommen, und plötzlich steht Pips vor einer ganz anderen Herausforderung, als sie erwartet hatte. Eine warmherzige Gute-Nacht-Geschichte ĂŒber Familie, Trubel und die schönsten Überraschungen.

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9/5/20264 min read

Hallo, ihr lieben NachtschwÀrmer!

Ich fliege heute gemĂŒtlich ĂŒber den Park, wĂ€hrend der Mond wie eine runde SilbermĂŒnze ĂŒber den BĂ€umen hĂ€ngt. Ein leichter Wind trĂ€gt den Duft von KrĂ€utern aus Tinas Wiese herĂŒber, und irgendwo unter mir raschelt es aufgeregt im Gras. Das Rascheln kam, wie sich herausstellte, von niemand anderem als Pips.

„Ben! Ben, hier bin ich!", piepste sie und winkte mit ihrer kleinen Pfote aus einem Erdloch heraus.

Ich landete neben ihr auf einem Stein. Pips' Schnurrhaare zitterten vor Aufregung, und ihre Augen glÀnzten heller als sonst.

„Was ist denn los?", fragte ich.

„Mein Bruder kommt zu Besuch!", sagte sie stolz. „Er reist extra aus Glitzerbach an, das kleine StĂ€dtchen am Fluss. Ich habe schon alles vorbereitet: ein gemĂŒtliches PlĂ€tzchen zum Schlafen, ein kleines Willkommensfest mit NĂŒssen und getrockneten Beeren, und ich habe sogar den Weg mit kleinen Steinchen markiert, damit er mich leicht findet."

„Das klingt wunderbar", sagte ich und musste ĂŒber ihre Begeisterung lĂ€cheln.

„Ich freue mich so", fuhr Pips fort und hĂŒpfte auf der Stelle. „Wir haben uns so lange nicht gesehen. Ich habe alles genau geplant, damit sein Besuch ganz ruhig und schön wird."

Wir verabredeten uns fĂŒr den nĂ€chsten Abend, und ich flog zufrieden zurĂŒck zu meiner Eiche. Pips' Vorfreude war so ansteckend gewesen, dass ich mich selbst schon auf den Besuch freute.

Als ich am nĂ€chsten Abend zu Pips' Erdloch flog, hörte ich schon von Weitem viele durcheinanderredende Stimmen, die gar nicht nach einer ruhigen BegrĂŒssung klangen. Neugierig landete ich auf einem nahen Ast und schaute hinunter.

Vor dem Erdloch standen nicht nur Pips und ihr Bruder. Da war auch eine MĂ€usedame mit einer geblĂŒmten Schleife im Fell, und um ihre Beine wuselten vier kleine MĂ€usekinder, die alle gleichzeitig etwas anderes wollten.

„Überraschung!", rief Pips' Bruder fröhlich und breitete die Pfoten aus. „Ich habe meine ganze Familie mitgebracht. Meine Frau Mimi, und das hier sind unsere vier Kleinen."

Pips' Mund klappte auf, doch es kam kein Wort heraus. Ihre Ohren zuckten, und ihr Blick wanderte von einem winzigen Gesicht zum nÀchsten. Sechs GÀste, wo sie nur einen erwartet hatte.

„Ich... ich habe nur ein PlĂ€tzchen vorbereitet", stammelte sie schliesslich.

„Kein Problem", rief eines der MĂ€usekinder und flitzte sofort ins Erdloch hinein. Ein zweites folgte ihm auf dem Fuss, und ein drittes stolperte ĂŒber einen kleinen Stein und kugelte quietschend hinterher.

Ich flog schnell hinunter, um zu helfen, so gut ich konnte, doch drinnen ging es bereits drunter und drĂŒber. Ein Kind hatte sich in den VorratsnĂŒssen versteckt, ein anderes balancierte auf einem umgekippten Becher, und das vierte versuchte, mit Mimis Schleife Fangen zu spielen.

„Oh je", murmelte Pips und presste die Pfoten an die Schnauze. „Das Willkommensfest reicht doch gar nicht fĂŒr so viele. Und das Bettchen ist viel zu klein."

Ihr Bruder kratzte sich verlegen am Kopf. „Ich hĂ€tte dir wohl vorher Bescheid geben sollen. Es tut mir leid, Pips."

FĂŒr einen Moment sah Pips ganz ĂŒberfordert aus, wie ein Blatt im Wind, das nicht weiss, wohin es fliegen soll. Ich legte ihr sanft eine FlĂŒgelspitze auf die Schulter.

„Weisst du was", sagte ich, „ich hole schnell Tina. Sie weiss bestimmt, wie man aus wenig ganz viel macht."

Tina war tatsĂ€chlich rasch zur Stelle, mit einem Korb voller BlĂ€tter und kleinen Beeren, die sie extra fĂŒr solche Gelegenheiten aufbewahrte. Gemeinsam bauten wir aus weichem Moos zusĂ€tzliche kleine Betten, und aus ein paar BlĂŒtenblĂ€ttern entstand im Nu eine bunte Tischdecke.

Zwischendurch quietschte eines der MĂ€usekinder vor Freude, weil es eine große Nuss gefunden hatte, wĂ€hrend ein anderes versuchte, auf Karlos altem Rad-Wagen zu balancieren, der zufĂ€llig noch vor der Werkstatt stand. Karlo, der gerade vorbeikam, sah dem Treiben mit offenem Mund zu.

„Ist heute Vollmondfest?", fragte er verwirrt.

„So Ă€hnlich", lachte ich.

Pips huschte zwischen allem hin und her, versuchte den Überblick zu behalten, stolperte ĂŒber ein Blatt und plumpste ins weiche Moos. Statt sich zu Ă€rgern, begann sie zu kichern.

„Das ist ĂŒberhaupt nicht so, wie ich es geplant hatte", sagte sie, immer noch lachend.

„Nein", stimmte ich zu. „Aber schau sie dir an."

Schliesslich versammelten sich alle um die kleine BlĂŒtenblatt-Tischdecke. Pips verteilte die NĂŒsse und getrockneten Beeren, die sie mit viel MĂŒhe gesammelt hatte, und die nun fĂŒr acht statt fĂŒr zwei reichen mussten, aber irgendwie reichte es trotzdem. Die MĂ€usekinder griffen mit kleinen Pfoten nach den Beeren, Mimi erzĂ€hlte lachend von der langen Reise aus Glitzerbach, und Pips' Bruder erklĂ€rte gerade mit vollem Mund, wie sie unterwegs beinahe einen Fluss verpasst hĂ€tten. Pips sass mitten unter ihnen, hörte zu und merkte, wie ihr Bauch sich vor Freude warm anfĂŒhlte, ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatte.

Nach und nach wurde es tatsĂ€chlich ruhiger. Die kleinen MĂ€usekinder gĂ€hnten der Reihe nach, kuschelten sich eng aneinander und schliefen schon bald tief und fest im weichen Moos. Mimi deckte sie liebevoll mit einem großen Blatt zu, wĂ€hrend Pips' Bruder ihr dankbar zunickte.

Pips setzte sich neben mich vor das Erdloch und schaute hinauf zu den Sternen. „Ich glaube", flĂŒsterte sie, „ein volles Haus ist manchmal schöner als ein perfekt geplanter Abend."

„Und morgen frĂŒh", sagte ich, „hast du gleich sechsmal so viel zu erzĂ€hlen."

Pips lĂ€chelte mĂŒde und zufrieden. Der Wind wurde ruhiger, die Grillen zirpten nur noch leise, und aus dem Erdloch hörte man das gleichmĂ€ssige, friedliche Atmen der schlafenden MĂ€usefamilie.

Nun wird es auch fĂŒr mich Zeit, in meine gemĂŒtliche Höhle zurĂŒckzufliegen. Kuschelt euch schön ein und lasst euch von der Nacht in einen wunderbaren Traum tragen.

Schlaft gut, ihr Lieben.

Euer Ben 🩇

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