🐛🎁 Tinas verwechseltes Geschenk 🍂🍄

FĂŒr das kleine Herbstfest hat Tina zwei besondere Geschenke sorgfĂ€ltig vorbereitet, eines fĂŒr Hugo und eines fĂŒr Karlo. Doch in der Eile passiert ihr ein kleines Missgeschick, das fĂŒr ordentlich Verwirrung sorgt. Eine herzerwĂ€rmende Gute-Nacht-Geschichte ĂŒber kleine Pannen und darĂŒber, wie viel Freude auch ein unerwartetes Geschenk bereiten kann.

wowbook

9/19/20264 min read

Hallo, ihr lieben NachtschwÀrmer!

Ich hĂ€nge heute kopfĂŒber an meinem Lieblingsast und schaue ĂŒber die Wiese, wo der Herbstwind kleine Wirbel aus bunten BlĂ€ttern tanzen lĂ€sst. Es riecht nach reifen Äpfeln und feuchtem Moos, und irgendwo in der Ferne höre ich schon die ersten Vorbereitungen fĂŒr das kleine Herbstfest, das heute Abend stattfinden soll.

Ich flog gemĂŒtlich zu Tinas Wiese hinĂŒber, wo schon bunte BlĂ€tter als Girlanden zwischen den Grashalmen gespannt waren. Tina selbst huschte mit all ihren kleinen Beinen aufgeregt hin und her, zwischen zwei sorgfĂ€ltig verschnĂŒrten BlĂ€tterpĂ€ckchen, die beide fast gleich aussahen.

„Ben! Gut, dass du da bist", rief sie, ohne stehen zu bleiben. „Ich muss noch die letzten Geschenke fĂŒr heute Abend fertig machen."

„Geschenke?", fragte ich neugierig und landete neben ihr.

„FĂŒr Hugo", erklĂ€rte Tina stolz. „Er hat sich diese Woche so wacker um seine kranke Kaulquappen-Nichte gekĂŒmmert, da wollte ich ihm eine kleine Freude machen. Getrocknete Sonnenblumenkerne, seine Lieblingsleckerei."

Sie hielt eines der beiden PĂ€ckchen hoch, dann das andere, dann wieder das erste, und runzelte die Stirn.

„Und das zweite PĂ€ckchen?", fragte ich.

„Das ist fĂŒr Karlo", sagte Tina. „Ein kleines Ersatzteil fĂŒr seine Werkstatt, ein glĂ€nzendes RĂ€dchen, das ich am Bach gefunden habe. Ich weiß, wie sehr er solche Dinge liebt."

Beide PĂ€ckchen waren mit demselben getrockneten Grasband verschnĂŒrt und sahen sich zum Verwechseln Ă€hnlich. Tina steckte sie eilig in ihren kleinen Korb und wuselte weiter, um noch die letzten BlĂ€tterlaternen aufzuhĂ€ngen, bevor die ersten GĂ€ste eintrafen.

Bald darauf fĂŒllte sich die Wiese mit vertrauten Gesichtern. Hoppel hĂŒpfte grinsend zwischen den Laternen umher, Iggy balancierte vorsichtig ein Tablett mit gerösteten Kastanien, und Karlo stolperte mit seiner viel zu großen Brille beinahe ĂŒber eine Wurzel, bevor er sich fing.

Tina eilte herum und verteilte kleine Aufmerksamkeiten an alle. Als sie schließlich bei Hugo ankam, der zufrieden am Teichrand saß, drĂŒckte sie ihm strahlend eines der beiden PĂ€ckchen in die Hand.

„FĂŒr dich, als Dankeschön", sagte sie.

Hugo öffnete es sofort, so ungeduldig, wie Frösche oft sind, wenn sie warten mĂŒssen. Doch statt Sonnenblumenkernen kullerte ein kleines RĂ€dchen heraus und plumpste ins Gras.

„Oh", machte Hugo verwirrt und drehte das RĂ€dchen zwischen seinen Fingern. „Das ist... nicht ganz das, was ich erwartet hĂ€tte. Aber es glĂ€nzt hĂŒbsch."

Ein paar Schritte weiter, bei Karlos Werkbank aus Ästen, öffnete zur gleichen Zeit Karlo bereits sein eigenes PĂ€ckchen. Statt des erhofften Ersatzteils fielen ihm ein Dutzend getrocknete Sonnenblumenkerne entgegen, die ĂŒber den Tisch kullerten.

„Interessant", murmelte Karlo und rĂŒckte seine Brille zurecht, um die Kerne genauer zu betrachten. „Vielleicht ein neues Baumaterial?"

Tina, die gerade vorbeikam, blieb mit einem Ruck stehen und starrte erst auf Hugos glĂ€nzendes RĂ€dchen, dann auf Karlos Sonnenblumenkerne. Ihre vielen Beine gerieten fĂŒr einen Moment völlig durcheinander, sodass sie beinahe ĂŒber ihre eigenen FĂŒĂŸe stolperte.

„Oh nein", rief sie und schlug die Vorderbeine vor die Schnauze. „Ich habe die PĂ€ckchen vertauscht."

FĂŒr einen Moment wusste Tina gar nicht, wohin mit sich. Sie blickte zwischen Hugo und Karlo hin und her und war ganz verlegen.

„Das tut mir so leid", stammelte sie. „Ich wollte doch, dass alles perfekt wird."

Ich setzte mich neben sie und legte ihr sanft eine FlĂŒgelspitze auf den RĂŒcken. „Das lĂ€sst sich doch leicht lösen, Tina. Komm, wir bringen es in Ordnung."

Gemeinsam gingen wir zu Hugo hinĂŒber, der gerade versuchte, das kleine RĂ€dchen als Hut zu balancieren, was ihm nicht besonders gut gelang. Tina erklĂ€rte verlegen die Verwechslung, und Hugo brach in ein herzhaftes Lachen aus.

„Kein Problem", quakte er. „Dann tausche ich eben."

Wir gingen weiter zu Karlo, der mit einer Lupe ĂŒber seinen Sonnenblumenkernen brĂŒtete und gerade dabei war, sie in eine Reihe zu sortieren. Auch er lachte, als Tina ihm die Geschichte erzĂ€hlte, und reichte ihr bereitwillig die Kerne zurĂŒck.

Kurz darauf hielten beide endlich das Richtige in den Pfoten: Hugo knabberte zufrieden an seinen Sonnenblumenkernen, wĂ€hrend Karlo das glĂ€nzende RĂ€dchen begeistert gegen das Licht drehte und schon leise ĂŒberlegte, in welche seiner Erfindungen es wohl passen wĂŒrde.

„Seht ihr", sagte ich zu Tina. „Am Ende ist doch alles am richtigen Platz gelandet."

Tina atmete erleichtert auf und musste selbst ein wenig kichern. „Das war nicht der Abend, den ich geplant hatte."

„Aber ein lustiger", sagte ich.

Der Abend wurde nach und nach ruhiger. Die Laternen aus BlĂ€ttern warfen ein warmes, goldenes Licht ĂŒber die Wiese, wĂ€hrend die GĂ€ste sich nach und nach verabschiedeten und mit vollem Bauch und einem zufriedenen LĂ€cheln nach Hause zogen. Tina blieb noch eine Weile sitzen und betrachtete zufrieden ihr kleines Fest, das trotz allem, oder gerade deswegen, so schön geworden war.

„NĂ€chstes Jahr beschrifte ich die PĂ€ckchen vielleicht doch", meinte sie schmunzelnd, „aber ganz sicher bin ich mir da noch nicht."

Ich musste lĂ€cheln, wĂ€hrend der Mond sanft ĂŒber der leeren Wiese aufging und die letzten BlĂ€tter im Wind zu Boden segelten.

Nun wird es auch fĂŒr mich Zeit, in meine gemĂŒtliche Höhle zurĂŒckzufliegen. Kuschelt euch schön ein und lasst euch von der Nacht in einen wunderbaren Traum tragen.

Schlaft gut, ihr Lieben.

Euer Ben 🩇

© wowbook 2026. All rights reserved.
Impressum - DatenschutzerklÀrung

Folge Ben auf Pinterest

Folge Ben auf Facebook