Das gelbe Wunder: Karlo Käfers Pollen-Staubsauger-Desaster 🐞✨
Der Frühling bringt Pollen und Hugo der Frosch kommt aus dem Niesen nicht mehr heraus. Karlo Käfer eilt zur Hilfe und baut den „Pollosog-3000“. Doch als die Maschine den Rückwärtsgang einlegt, verwandelt sich der Nachtwald in eine gelbe Puderzucker-Welt – und Finn der Fuchs sieht plötzlich aus wie ein riesiger Kanarienvogel. Ein turbulentes Abenteuer mit Ben der Fledermaus.
wowbook
5/2/20264 min read


Atschi. Ein Geräusch, das wie ein kleiner Donnerschlag klang, riss mich mitten im Flug aus meinen Gedanken. Ich flatterte vor Schreck ein Stück höher, machte einen hastigen Flügelschlag nach links und hätte fast eine Rolle rückwärts gemacht. Unten im Schilf am großen Teich saß Hugo und sah gar nicht glücklich aus. Seine Augen waren rot unterlaufen und seine grüne Haut wirkte fast ein wenig blass.
Überall im Park schwebte dieser feine, gelbe Staub. Die Birken und Haselnusssträucher schüttelten sich im Frühlingswind und ließen Wolken von Pollen frei. Für mich sah das im Mondlicht eigentlich wunderschön aus, fast wie goldener Sternenstaub, der durch die Luft tanzt. Aber für Hugo den Frosch war es die reinste Qual.
Atschi. Schon wieder. „Ben“, rief er mühsam zu mir hoch und blinzelte mit seinen großen Augen. „Es ist furchtbar. Jedes Mal, wenn ich nach einer Mücke schnappen will, muss ich niesen. Die Mücken lachen mich schon aus.“
Ich segelte lautlos hinunter und landete auf einem Stein neben ihm. Ich hielt mich mit meinen kleinen Daumenkrallen am Moos fest und legte ihm vorsichtig eine Flügelspitze auf die Schulter. In diesem Moment krabbelte Karlo Käfer aus einem hohlen Baumstumpf hervor. Er trug eine Schutzbrille, die viel zu groß für seinen kleinen Kopf war, und zog ein seltsames Gefährt hinter sich her.
„Keine Angst, Hugo. Hilfe ist unterwegs“, rief Karlo und klopfte stolz auf seine neueste Erfindung. Es sah aus wie ein großer Trichter, der auf vier Rädern aus Eicheln montiert war. Das Seltsame daran war die Auskleidung des Trichters. Er war mit weichen, roten Haaren gepolstert.
„Was ist das, Karlo?“, fragte ich neugierig und wackelte mit meinen Ohren. Mein rechtes Ohr mit dem kleinen fehlenden Stück vibrierte ganz leicht, weil die Maschine ein leises Summen von sich gab, das ich sofort mit meiner Echoortung auffing.
Karlo rückte seine Brille zurecht. „Das ist der Pollosog-3000. Ich habe ihn mit echten Fuchshaaren von Finn gefüttert. Ihr wisst ja, Fuchsfell ist statisch aufladbar. Wenn ich an diesem Gummiband hier ziehe, dreht sich der kleine Propeller im Inneren und saugt den ganzen gelben Staub einfach auf.“
Ich schluckte und stieß ein leises, besorgtes Fiepen aus. In den Büschen hinter uns sah ich zwei spitze Ohren aufblitzen. Finn der Fuchs beobachtete uns ganz genau.
Karlo begann, an den Gummibändern zu kurbeln. Die Maschine fing an zu rattern. Ein leiser Luftstrom entstand und tatsächlich: Der gelbe Staub in Hugos Nähe wurde wie durch Zauberei in den Trichter gesogen. Hugo konnte endlich wieder tief durchatmen, ohne dass seine Froschnase kribbelte.
Aber Karlo wäre nicht Karlo, wenn er nicht noch einen Gang höher geschaltet hätte. „Wartet ab, wenn ich den Turbo-Hebel umlege“, rief er ganz aufgeregt. Er zog an einem besonders dicken Gummiband. Die Maschine fing an zu pfeifen. Sie vibrierte so stark, dass sie auf dem Boden hin und her hüpfte.
Plötzlich gab es ein lautes Pling. Eines der Gummibänder war gerissen.
Die Maschine drehte sich im Kreis wie ein wild gewordener Kreisel. Und statt den Staub einzusaugen, passierte genau das Gegenteil. Der Pollosog-3000 fing an zu husten. Mit einem gewaltigen Wusch spuckte er den gesamten gesammelten Pollenstaub wieder aus. Aber nicht einfach so. Er schoss ihn in einer dichten, gelben Wolke direkt in die Büsche.
Genau dorthin, wo Finn der Fuchs sich als Statue getarnt hatte.
Es dauerte nur ein paar Sekunden. Als sich der gelbe Nebel verzog, stand dort kein roter Fuchs mehr. Dort stand ein riesiges, gelbes Federknäuel. Finn war von oben bis unten mit gelbem Blütenstaub gepudert. Er sah aus wie ein überdimensionaler Kanarienvogel mit vier Beinen. Er schüttelte sich, was die ganze Situation nur noch schlimmer machte. Eine riesige gelbe Wolke hüllte uns alle ein.
Hugo musste so heftig niesen, dass er rückwärts mit einem lauten Patsch in den Teich plumpste. Karlo suchte panisch seine Brille, die im gelben Puder verschwunden war. Und Finn? Finn sah an sich herunter, sah seine gelben Pfoten und stieß ein empörtes Jaulen aus. „Karlo“, knurrte er, aber es klang eher wie ein unterdrücktes Niesen.
Ich musste meine Flügel fest zusammenfalten, um nicht laut loszulachen. „Du siehst sehr... frühlingshaft aus, Finn“, fiepte ich vorsichtig.
Luna, die Nachtfalter-Dame, schwebte sanft von oben herab. Sie leuchtete hell in der gelben Wolke. „Beruhigt euch“, sagte sie mit ihrer ruhigen Stimme. „Finn, das geht beim nächsten Regen wieder weg. Und Karlo, deine Absicht war gut, aber die Natur lässt sich eben nicht so einfach wegsaugen.“
Ich schaute Finn an, der immer noch ganz gelbe Ohren hatte, und dann Karlo, der verlegen an seinem verbliebenen Gummiband zupfte. Ohne dich und deine Hilfe beim Lachen wäre der Moment fast ein bisschen unangenehm gewesen, aber dann fing Hugo im Wasser an zu kichern. Ein nasser Frosch, der über einen gelben Fuchs lacht – das war einfach zu viel. Bald lachten wir alle, sogar Finn musste schließlich ein bisschen grinsen, auch wenn er dabei eine riesige Staubwolke ausatmete.
Wir haben den Rest der Nacht damit verbracht, Finn zum Teich zu begleiten, damit Bill der Biber ihn mit ein paar gezielten Wasserspritzern wieder sauber machen konnte. Hugo hat zwar immer noch ab und zu geniest, aber er meinte, das Lachen hätte seine Nase sowieso frei gemacht.
Hast du auch schon mal versucht, ein Problem mit einer ganz tollen Idee zu lösen, und am Ende wurde alles nur noch viel bunter? Erzähl es mir doch mal.
Schlaf gut und träum von gelben Füchsen und mutigen Erfindern. Dein Ben.
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