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Ein Freund für Flora 🦇🤗
Im tiefen Winter ist Großmutter Flora ungewöhnlich still. Sie vermisst den Gesang ihrer alten Freundin, der Nachtigall. Ben, Luna und Hugo wollen ihr eine Freude machen – und finden einen Ort, an dem Erinnerungen wieder lebendig werden. Doch was geschieht, als sie dort wirklich ein Lied hören, das niemand hätte hören können?
© Wowbook – Ben die Fledermaus
1/24/20263 min read


Ich bin’s, Ben – die kleine Fledermaus.
Es war Winter im Park von Schnabelstadt. Der Schnee glitzerte, der Mond schien hell, und der Atem aller Tiere malte kleine Wolken in die kalte Luft. Nur Großmutter Flora war ungewöhnlich still.
Sie saß auf ihrem Lieblingsast in der alten Eiche, tief eingehüllt in ihre Flügel.
Normalerweise erzählte sie uns Geschichten – von Sommernächten, vom Fliegen bei Regen, von alten Freunden.
Aber an diesem Abend schwieg sie.
„Flora?“, fragte ich vorsichtig. „Ist dir kalt?“
Sie lächelte, aber es war ein stilles Lächeln. „Nein, Ben. Ich denke nur… früher, als ich jung war, sang hier jede Nacht eine Nachtigall. Ihr Lied hat selbst den Frost warm gemacht. Aber sie ist schon viele Winter fort.“
Ich sah in ihre müden Augen. „Du vermisst sie, oder?“
„Ja“, flüsterte Flora. „Manche Freunde bleiben im Herzen, auch wenn sie weit weg sind.“
Später traf ich Luna, die Nachtfalterin. Ihre Flügel glitzerten im Schneelicht.
„Flora ist traurig“, sagte ich. „Sie vermisst ihre Nachtigall.“
Luna nickte. „Dann müssen wir ihr helfen, sich zu erinnern.“
Kurz darauf hüpfte Hugo, der Frosch, durch den Schnee – mit rotem Schal und nassen Füßen. „Wenn jemand traurig ist, hilft ein Lied!“, rief er fröhlich.
„Aber wir können doch nicht singen wie eine Nachtigall“, meinte ich.
„Vielleicht nicht“, sagte Luna leise. „Aber wir können sie finden – auf unsere Weise.“
Wir machten uns auf den Weg.
Der Schnee knirschte unter Hugos Füßen, meine Flügel rauschten in der kalten Luft, und Luna schwebte wie ein kleiner Stern über uns.
„Weißt du, wo die Nachtigall gesungen hat?“, fragte Hugo.
Ich nickte. „Am alten Weidenbogen, dort, wo der Bach im Winter fast gefriert.“
Als wir dort ankamen, war alles still. Der Bach war halb zu Eis geworden, und der Mond spiegelte sich in der glatten Fläche.
Wir setzten uns in den Schnee und warteten.
Eine Minute. Zwei. Fünf.
Aber kein Laut war zu hören. Nur der Wind, der durch die Zweige strich.
„Vielleicht kommt sie nie zurück“, seufzte Hugo.
Doch Luna flüsterte: „Vielleicht ist sie nie fort gewesen.“
Ich schloss die Augen.
Ich dachte an Flora, an ihr Lächeln, an den Sommer, den sie so oft beschrieben hatte.
Ich erinnerte mich, wie sie einmal sagte: „Lieder bleiben in der Luft, Ben. Man muss nur zuhören.“
Und plötzlich – ganz leise – hörten wir es.
Erst wie ein Flüstern, dann wie eine Melodie.
Ein heller, klarer Ton, der durch die Nacht schwebte.
„Hört ihr das?“, flüsterte Luna.
„Das Lied“, hauchte Hugo. „Es ist wieder da!“
Wir sahen uns an – und wussten, was wir tun mussten.
Wir flogen zurück zur alten Eiche.
„Flora, komm mit!“, rief ich. „Bitte, schnell!“
Sie folgte uns, langsam, ihre Flügel zitterten ein wenig vor Kälte.
Als wir den Weidenbogen erreichten, blieb sie stehen.
Über dem gefrorenen Bach glitzerte die Luft – und dort, wo der Mond das Eis berührte, funkelte es wie eine goldene Stimme.
Kein echter Vogel saß dort, aber das Lied der Nachtigall war da – getragen vom Wind, warm und lebendig.
Flora schloss die Augen. „Ich höre sie“, flüsterte sie.
„Aber wie kann das sein?“, fragte Hugo.
Flora lächelte. „Manche Lieder verschwinden nie. Sie schlafen nur im Schnee – und wachen auf, wenn man sich erinnert.“
Wir blieben lange dort.
Luna leuchtete im Takt der Musik, Hugo summte mit, und ich sah zu, wie Flora im Mondlicht stand – ruhig, friedlich, lächelnd.
Als das Lied verklang, flüsterte sie:
„Danke, meine Lieben. Ihr habt mir mehr geschenkt, als ihr wisst. Manche Freunde kehren zurück – in Liedern, Erinnerungen und im Herzen.“
Gute Nacht, kleiner Abenteurer.
Und denk daran:
Manche Melodien erklingen nur, wenn jemand zuhört – vielleicht sogar mitten im Schnee. ❄️🌙
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